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Reisebericht Marburg 2011 Drucken
44. Weihnachtskriterium des Marburger SV (LINK)

Der Wettkampf wurde, wie jedes Jahr, von Cheftrainer Roland als Belohnung für den persönlichen Einsatz der Sportler der Leistungsmannschaften A, B und C für den Zeitraum der Kurzbahnsaison ausgelobt. Grundlage für eine Nominierung in diesem Jahr, waren unter anderem eine hohe Trainingsbeteiligung, soziales Engagement im Verein oder auch sportlich fairer Umgang im alltäglichen Miteinander. Natürlich spielte auch die maximale Größe der Reisegruppe eine Rolle, da wir nur zwei Kleinbusse mit je neun Plätzen zur Verfügung hatten. So kam es, dass neben Trainer Lars, Betreuerin Sabine und den beiden Busfahrern Jan und Horst,  vier Mädchen und neun Jungen für den Wettkampf nominiert wurden.

Am Freitag, den 9.Dezember 2011 brachen wir dann nach Marburg an der Lahn auf. Als Abfahrtzeit war 16:00 Uhr vereinbart und wer war um 15:58 Uhr noch nicht da - unser Trainer Lars. Ich will es mal vorweg nehmen - unser lieber Lars lieferte uns während der Reise noch den einen oder anderen heiteren Moment. Wenn man als beliebter FSJler und Trainer in Personalunion antritt, wird man natürlich besonders kritisch beäugt. Um 16:05 Uhr ging es dann los und wir fuhren gen Westen. Wir hatten uns vor Antritt auf die Göttingen-Route geeinigt, da sie uns am Geeignetsten für den Freitag-Abend-Verkehr erschien. Der Verkehr auf dem Berliner Ring war erträglich und bis Dessau lief auch alles wie geschmiert, aber kurz vor Bitterfeld kam dann der große Stau. Kaum waren wir im Stauende zum Stehen gekommen, rauschten auch schon vier Feuerwehrwagen an uns vorbei. Auf dem Navi konnte man die Nachricht lesen "Brennendes Fahrzeug auf dem Seitenstreifen". Eine Dreiviertelstunde später war der Spuk vorbei und der Stau löste sich langsam wieder auf. Nach ca. 400 Metern sahen wir dann den Grund für die Verzögerung. Der Anhänger eines Sattelschleppers war komplett ausgebrannt und die Feuerwehr war damit beschäftigt den Löschschaum von der Autobahn zu fegen.

Nach dem wir den Stau passiert hatten, galt es die Jugendherberge in Marburg zu infomieren, da wir möglicherweise etwas später als geplant eintreffen würden. Man sagte uns am Telefon, dass wir unbedingt vor 22 Uhr ankommen müssten, da sonst niemand mehr da wäre. Es hiess also Gas geben. Das Wetter spielte mit, wir hatten keine Minusgrade und die Strassen waren ab jetzt frei. Gegen 21:35 Uhr traf dann Bus 1 mit Jan, den Mädchen und den kleinen Jungs an der Jugendherberge ein. Da Bus 2 bei Kassel eine Ausfahrt verpasst hatte und somit einen 30km Umweg durch das Kasseler Hochgebirge fahren musste, kamen die großen Jungs erst um 22:05 Uhr an. Jan und Lars hatten bereits die Zimmer klar gemacht und auch schon die Schlüssel verteilt, was zu einer weiteren Anekdote über unseren FSJler Lars führte. FSJ steht bekanntlich für freiwilliges soziales Jahr und deswegen hat er sich auch, in seiner grenzenlosen sozialen Art, gleich das einzige Zimmer mit dem bereits bezogenen Bett, den kleinen Naschereien, Duschzeug und den Handtüchern unter den Nagel gerissen. Mit diebischer Freude verteilte er dann die Schlüssel für die anderen Betreuerzimmer. Das Zimmer des "Chef de Mission" zu mopsen ist schon der Hammer ;o))). Doch die "Strafe" folgte auf dem Fusse. Die ganze Nacht musste er sich nun mit einem monotonen undefinierbaren Summen herumplagen, während die anderen friedlich schliefen.
 
Nach dem die Zimmer bezogen waren, ging es fix ins nahegelegene "Chevy" zum Abendessen. Eine ehemalige umgebaute 60iger-Jahre Tankstelle mit dem Flair eines American Diners. Zu Essen gab es diverse Burger, Spare-Ribs, Nachos, Brownies und Ben & Jerry's Ice Cream. Sorry Roland, aber die obligatorischen Nudeln-am-Vorabend waren gerade aus ;o))). So gestärkt ging es zurück in die knapp 500m entfernt gelegene Jugendherberge. Nach kurzer Orientierungsphase in Bad und WC kehrte gegen 0:45 Uhr tatsächlich hörbare Stille ein.
 
Am nächsten Morgen wurde, gegen 7:30 Uhr durch leises Klopfen, freundlich an das Frühstück erinnert und dieses dann auch gegen 8:00 Uhr gemeinsam eingenommen. Es gab alles was das Jugendherbergsherz begehrte. Angefangen bei keinen Eiern und keinem O-Saft, sowie keinem Wasser, laukaltem Kaffee und keiner großen Auswahl. Das was da war, war lecker und ehrlich gesagt auch vollkommen ausreichend. Es gab frische Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade, Milch und Apfelsaft sowie Müsli. So wie es im American Diner keine Wiener Schnitzel gibt, so gibt es in einer Jugendherberge eben keine zehn verschiedenen Aufschnittsorten oder dreierlei Eier mit Bacon. So gesehen haben einige Sportler auch etwas dazu gelernt, z.B. das man auch mit etwas weniger satt und zufrieden sein kann. 
 
Um 8:45 Uhr brachen wir dann zur nahen Schwimmhalle im Freizeitbad "AQUAMAR" auf und wurden dabei von Blitzeis auf Strassen und Gehwegen überrascht. Aber wir waren nicht dumm und hatten unsere Busse bereits am Vorabend vor der Schwimmhalle abgestellt und so mussten wir nur noch die 400m bis zur Halle überstehen und das Problem war überwunden. Einige Vereine aus dem Landkreis hatten da weniger Glück und verspäteten sich zum Wettkampf.
 
Mit gewohnter Routine haben wir uns dann einen schönen Platz am Beckenrand gesichert, unser Z88-Banner in den Fliesenboden gerammt, die Stühle positioniert und die Halle symbolisch in Besitz genommen. In der schönen Anlage gab es mehrere unterschiedliche Bereiche. Eine kleine Halle beinhaltete den 3m-Sprungturm mit einem besonderen Angebot - einem Klettertum mitten im Schwimmbecken. Eine weitere kleine Halle beherbergte das Lehrschwimmbecken und dann war da noch das Sportbecken mit seinen sechs 25m Bahnen. Die Wassertiefe war ungewohnt flach, aber mit rund 28°C Wassertemperatur ideal für einen Sprintwettkampf. Die Marburger versprachen uns ein schnelles Becken. Nebenan gab es noch den Wellness- und Spassbereich mit Rutsche, Whirlpool und Rundbecken, den wir am Ende ein Mal kurz zum Rutschen benutzen durften.
 
Auf Grund der Witterung wurde der Wettkampf 15 Minuten später begonnen und das gleich mit einem Paukenschlag - den 8 x 50m Freistil-Mixed-Staffeln. Angetreten in Bestbesetzung wollten wir gleich ein Zeichen setzen, was uns auch eindrucksvoll gelang. Mit etwas mehr als 25m Vorsprung besiegten Leonhard, Linda, Benedikt, Maria, Christian, Julia, Raoul und Lea das restliche Feld und sicherten sich somit ihre ersten Goldmedaillen. An dieser Stelle beschlossen wir aber auch, die 8 x 50m Lagenstaffel mit dem "zweiten Anzug" zu schwimmen. Man muss es ja nicht übertreiben. Danach ging es dann munter weiter und wir konnten uns zahlreicher Medaillen, 3fach-Podestplätzen und diverser Bestzeiten erfreuen. An dieser Stelle sei hervorgehoben, das sich alle Schwimmer sehr viel Mühe gegeben haben einen konzentrierten Wettkampf zu schwimmen. Die drei kleinen Jungen hatten mehrfach die Konkurrenz im eigenen Lager zu suchen, hier war also keine externe Motivation mehr notwendig. Vielleicht exemplarisch eine Beobachtung, die den besonderen Einsatz unserer Kinder ganz gut beschreibt. Julian brachte das Kunststück fertig und wäre fast für eine zu lange Unterwasserphase über 50m und 100m Rücken disqualifiziert worden. Als er dann aber jeweils nach 14,5m Delfinkicks in Führung liegend auftauchte war das Staunen am Beckenrand nicht nur auf unserer Seite groß. Die sich daraus entwickelnde neue Bestzeit über 50m Rücken katapultierte ihn in der Berliner Jahresrangliste im Jahrgang 1999 auf Platz vier und in Norddeutschland sogar auf einen phantastischen 10.Platz. Im Verlauf des Wettkampfes lieferte Benedikt die beste absolute Leistung in der Altersklasse 1995 und jünger ab und wurde mit einem Sachpreis durch einen anwesenden Schwimmartikelverkäufer ausgezeichnet. Fast wäre ihm diese Leistung auch noch für die offene Wertung geglückt, allerdings war ein deutlich älterer Schwimmer um wenige Punkte besser. Achja, Lars hatte auch noch etwas anzubieten. Als mitgereister offizieller Trainer hatte er natürlich die Aufgabe die Zeiten mitzustoppen und aufzuschreiben. Sauber schreiben ist, wie er selbst sagt, nicht so sein Ding :o)), aber die Zeiten stoppen wäre ok. Nun, wenn man die Stoppuhren mit dem Gesicht nach unten hält, dann drückt man schon Mal auf Stop, obwohl man eine Zwischenzeit nehmen wollte, hihi. Och Mensch Lars - nicht den Kopf hängen lassen. Denke immer dran, dass du dafür das bezogene Bett hattest ;o)))).
 
Nach Ende des ersten Abschnitts, gab es eine einstündige Pause. Das hiess, wenn man etwas Essen wollte, hatte man nach Sportlerregeln genau eine Sekunde Zeit, um eine Stunde vor Wettkampfbeginn nichts mehr zu essen. Wir haben also etwas vorgeplant und dass Essen schon zwei Stunden vorher bestellt, so das es mit Beginn der Pause auf dem Tisch stand. Das war aber immer noch nicht früh genug, denn Alex sagte nach den 100m Rücken: "ich habe bei jeder Rollwende die Pizza und das Eis in meinem Magen gespürt, das Eis war wohl keine gute Idee." Im Prinzip gibt es für diese Pausen eigentlich kein Patentrezept, denn sie dienen mehr den Kampfrichtern zur Erholung, als den Schwimmern zur Nahrungsaufnahme. Hier müssen wir uns künftig etwas Schlaues für unsere Kids ausdenken.
 
Der zweite Abschnitt begann mit der 8x50m Lagen-Mixed-Staffel. Die drei kleinen Jungs wollten unbedingt starten und so gab Leon (Danke Leon !!!) seinen festen Platz auf und Alex wurde der vierte, männliche Starter. Die vier mitgereisten Mädchen duften dann ein weiteres Mal an den Start gehen. Obwohl nun deutlich von der Bestbesetzung entfernt, gelang es unseren Sportlern den dritten Platz tapfer zu verteitigen. Wichtige Punkte für die Gesamtwertung, die kurz darauf mit dem Halbzeitstand verkündet wurde. Z88 lag überraschend mit wenigen Punkten Vorsprung in Führung. Es folgten knapp dahinter der Eisenacher SV und der gastgebende Marburger SV. Überraschend deshalb, weil wir nur mit einem vergleichsweise kleinen Schwimmteam angereist waren und daher oft ganze Strecken oder Jahrgänge unbesetzt lassen mussten. Der zweite Abschnitt verlief wie im Flug und so gab es nur noch eine Besonderheit. Nein, Lars war dieses Mal nicht beteiligt. Der Veranstalter hatte in seiner Ausschreibung die nur noch selten angewandte Zweistartregel ausgeschrieben, das heisst bei einem Fehlstart wird der Lauf wiederholt. Diese für Kinder wichtige Einrichtung könnte man auch psychologisch einsetzen, dachte sich wohl Raoul, als er über 100m Brust den wohl besten Schwimmer des Wettkampfes irritieren wollte und vorzeitig ins Wasser fiel. Um es vorweg zu nehmen, es hat nicht geklappt aber Raoul hatte die Lacher und die gute Laune auf seiner Seite ;o)).
 
Der Medaillenspiegel sprach dann eine eindeutige Sprache - 43x Gold, 28x Silber, 7x Bronze. Am Ende wurden wir dann auch Mannschaftsgesamtsieger und holten den schönen, großen "Werner-Sell-Gedächtnispokal" nach Hause. Sobald die Auswertung der Vereine vorliegt, wird sie hier nachgereicht. Den Pokal werden wir, das Einverständnis der BBB vorausgesetzt, am Fenster des Kassenraumes in der "Hütte" präsentieren.
 
Der Wettkampf war gegen 16:30 Uhr vorüber und wir machten uns Gedanken über die Gestaltung des weiteren Abends. Zur Auswahl standen, die direkte Rückreise mit Besuch bei McDonalds oder aber ein Besuch des Marburger Weihnachtsmarktes mit anschliessender direkter Heimreise ohne McD. Die basisdemokratische Abstimmung ergab ein 11:6 für den Weihnachtsmarkt. Auch dieses Ergebnis ist nicht in jedem Verein eine Selbstverständlichkeit. Nach knapp zwei Stunden durch die alpine Marburger Altstadt ging es dann aber endlich gen Heimat. Wir brachen um 19:00 Uhr auf und fuhren dieses mal die vom Navi vorgeschlagene kürzeste Route über Braunschweig nach Hause. Auf halber Strecke wurde noch ein Mal getankt und der Süssigkeitenvorrat aufgefüllt. Obwohl wir knapp zwei Stunden mit dem Weihnachtsmarkt beschäftigt waren,  kamen wir nur eine halbe Stunde nach der geplanten Ankunftszeit um 23:30 Uhr am Hüttenweg an. Wir waren scheinbar so schnell, dass nicht mal die abholenden Eltern damit gerechnet hatten. Jan und Horst brachten dann noch die Busse zurück nach Kreuzberg und eine überaus gelungene und freudvolle Weihnachtsreise ging zu Ende. Vielen Dank an Jan und Sabine, sowie "Coach Lars" für euren Einsatz.

Bilder vom Wettkampf folgen in Kürze.

Es hat sehr viel Spass gemacht. Z88 wünscht allen Mitgliedern und seinen Eltern schöne Feiertage - bleibt gesund.

HBO
 
 
 
(MyPersonalContent v1.3 © Rico Pinzke)
 
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