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Diese Bäder machen dicht Drucken

24. Januar 2002Berliner BädersterbenHallen werden geschlossen. Zukunft der Freibäder ist noch unklar  

Der rot-rote Senat will elf Berliner Hallenbäder schließen. Die endgültige Entscheidung soll am 13. Februar der Aufsichtsrat der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) unter Sportsenator Klaus Böger (SPD) treffen. "BBB-Chef Klaus Lipinsky wird dem Aufsichtsrat ein Konsolidierungskonzept vorlegen", sagt Hans-Joachim Munte, Mitarbeiter des Vorstandes der BBB. "Der Aufsichtsrat muss den Plänen dann zustimmen." Offen ist auch eine Entscheidung darüber, welche Freibäder im Sommer noch Besucher empfangen werden. Inzwischen formiert sich aber zunächst Widerstand gehen die Hallenbad-Schließungspläne. Denn sowohl stark sportlich genutzte Bäder als auch eher dem Gesundheitsaspekt verpflichtete Angebote wie Baby-Schwimmen oder Wasser-Gymnastik sollen dem Rotstift zum Opfer fallen. In den Bezirken setzen sich Bürgerinitiativen für den Erhalt ihrer Schwimmhallen ein und sammeln Unterschriften.

Unter den elf bedrohten Bädern gibt es nur für die Schwimmhalle Sportforum Hohenschönhausen eine Option: Können die Personalkosten um die Hälfte gesenkt werden, bleibt die Halle offen. Die Bäder-Auswahl der rot-roten Regierung insgesamt stößt jedoch selbst bei Parteifreunden auf Widerspruch. Für Charlottenburg-Wilmersdorfs Sportstadtrat Reinhard Naumann (SPD) ist unverständlich, wie das Bad am Olympiastadion auf die Schwarze Liste kommt. "Ich weiß, dass die Stadt sparen muss und wir Bäder schließen müssen", betont der Sozialdemokrat. "Das Bad am Olympiastadion wird aber intensiv genutzt und ist Teil des Konzeptes der Sportoberschule Herbert Poelchau." Das Schwimmtraining der Schüler gehöre zum festen Unterrichts-Programm der vor einem Jahr gegründeten Sportschule. Dazu komme der Sportverein Wasserfreunde Spandau 04. Er ist auf Trainingszeiten im Olympia-Bad angewiesen. "Mir ist nicht bekannt, welche Kriterien für die Schließung sprechen", ärgert sich Naumann. "Denn die Anlage ist saniert."

Gleiches treffe für die Alte Halle an der Krumme Straße zu, die ebenfalls schließen soll. Naumann geht davon aus, dass die Bezirksverordneten heute mit Mehrheit einen Antrag zumindest zum Erhalt des Forumbades verabschieden. Erik Schrader (FDP), Sportstadtrat aus Steglitz-Zehlendorf, sieht noch nicht, "dass Bäder geschlossen werden, weil dann die Nachnutzung gefährdet ist". So könnte ein Schwimmhalle zum Beispiel später als Örtlichkeit für Party-Events oder als Fitnesscenter Verwendung finden. Schrader wird den geplanten Schließungen der Bäder am Hüttenweg und an der Bergstraße widersprechen. "Wir sind im Bezirk ohnehin unterversorgt."

Naumann wie Schrader können sich nicht vorstellen, die Bäder wieder unter ihre bezirkliche Obhut zu nehmen. Das ist aber der Plan der BBB. Gibt der Aufsichtsrat grünes Licht für das Aus der elf Bäder, "gehen die Schwimmhallen an die Eigentümer zurück", erklärt Munte. Eigentümer ist das Land Berlin, vertreten durch die Bezirke. Munte: "Durch das Bäderanstaltsgesetz haben wir die Verantwortung für 77 Bäder. Unsere Aufgabe ist der Betrieb des Bäder." Werden Bäder geschlossen, fallen sie heraus. Die Kosten für Sicherung der Immobilien und die Straßenreinigung müssten dann die Bezirke tragen. Auch die Mitarbeiter, die bei den BBB beschäftigt sind, aber dann keine Arbeit haben, könnten die Landeskasse belasten. "Betriebsbedingte Kündigungen sind wegen vertraglicher Vereinbarungen mit den Gewerkschaften ausgeschlossen", erklärt Munte. "Die betroffenen 70 Mitarbeiter muss das Land übernehmen."

Stadtbad Wedding, Steglitz und Charlottenburg, die Schwimmhallen Weinstraße, Rudolf-Seiffert-Straße, Wolfshagener Straße, Cité Foch, Hüttenweg, Olympiastadion, Schwimmhalle an der Wuhlheide und Sportforum Hohenschönhausen.

Quelle: Welt Online

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