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Vereine als Wirtschaftsfaktoren Drucken

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2. Veltins Studie belegt ökonomische Bedeutung der Sportvereine

(VPD-Presse) Die Sportvereine besitzen wirtschaftliche Kraft in bislang ungeahnter Dimension. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite VELTINS-Sportstudie, die erstmals die ökonomische Seite des Vereinswesen beleuchtet.

Besonders bedeutsam: Die Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld der Sportvereine erweist sich als bemerkenswert – Gastronomie, Sportgeschäfte und Reisebüros profitieren mit mindestens 12,66 Milliarden Euro von diesem bisher wenig dokumentierten Wirtschaftsfaktor. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr an den freiwilligen Leistungen von Städten und Kommunen “gedreht” wird – der Städte und Gemeindebund will in einem “Zehn-Punkte-Programm” insbesondere diese Leistungen für Sportvereine einschränken – ist diese Argumentationshilfe für die Vereine und ihre Mitglieder vor Ort eminent wichtig.

Für die Berechnung der Gesamtausgaben wurden 40 sportaktive Wochen pro Kalenderjahr zu Grunde gelegt. Auf der Grundlage der Gesamtheit der aktiv in Sportvereinen sporttreibenden Bevölkerung in Deutschland zwischen 16 und 69 Jahren – immerhin rund 15,8 Millionen Menschen - konnten die Zahlen hochgerechnet werden.

2,24 Mrd. Euro fürs sportliche Outfit

Erwartungsgemäß kommt dem Bereich Sportbekleidung als Kostenfaktor eine besondere Bedeutung zu. Im Durchschnitt gaben die aktiv im Sportverein Sporttreibenden 27,20 Euro für Sportbekleidung aus. Im Hinblick auf den Bereich Sportgeräte entstanden den Sportverein-Mitgliedern Ausgaben in Höhe von durchschnittlich 31,50 Euro.

Im Vergleich der Ausgaben wie Gebühren, Eintrittsgelder und Sportgeräte stellte der Bereich Sportbekleidung erwartungsgemäß das größte Ausgabenfeld dar. 9,16 Mio. der rund 15,8 Mio. aktiven Sportvereinsmitglie­der gaben im Zuge ihrer sportlichen Betätigung Geld für Sportbekleidung aus.

Bei einer Hochrechnung der ermittelten durchschnittlichen Ausgaben pro Monat in Höhe von 27,2 Euro auf ein Sportjahr entspricht dies den potenziellen Gesamtausgaben für Sportbekleidung von ca. 2,24 Mrd. Euro.

1,34 Mrd. Euro für sportliche Technik

30 Prozent (rund 4,74 Mio.) der aktiven Sportvereins-Mitglieder kauften sich für ihre sportliche Betätigung diverse Sportgeräte. Durchschnittlich gab diese Gruppe einen Betrag von 31,50 Euro aus, was hochgerechnet auf das Sportjahr einem Aus­gabe­volu­men für Sportgeräte in Höhe von ca. 1,34 Mrd. Euro gleichkommt.

21 Prozent der aktiven Sportvereinsmitglie­der gaben im Rahmen ihrer sportlichen Aktivität Geld für Eintrittskarten aus, was in der Hochrechnung einer Gruppengröße von ca. 3,32 Mio. Personen entspricht. Die monatlichen Ausgaben der Mitglieder summieren sich pro Sportjahr auf 5,7 Mrd. Euro.

Zumeist mit dem Auto zum Training

Glossar: TrainingSchließen
Training ist ein zielgerichteter, planmäßiger Übungsprozess, der eine Zustandsänderung im jeweiligen Zielbereich anstrebt. Sportliches Training zielt auf eine systematische Verbesserung des Leistungsvermögens und der Leistungsbereitschaft hin. 
In allen drei Gruppen war der eigene PKW, wenn auch mit unterschiedlich starker Relevanz, das Hauptverkehrsmittel, um zur Sportstätte zu gelangen. Die Mitglieder kommerzieller Sportstätten, die den längsten Anfahrtsweg zur Sportstätte hatten (12,2 km), nutzten mit 64 Prozent den eigenen PKW am häufigsten. Weiterhin fuhren die sportlich Aktiven aller Gruppen häufig mit dem Fahrrad bzw. gingen zu Fuß zur Sportstätte.

Mit einem arithmetischen Mittel von 6,2 km mussten die befragten Sportvereinsmit­glieder auf ihrem Weg zu ihrer Sportstätte die kürzeste Strecke zurücklegen. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Großteil (59%) dieser Gruppe in der näheren Umgebung von etwa drei Kilometer zum Verein wohnt, verdeutlicht dieses Ergebnis die besondere Bedeutung der “Institution Verein” im sozialen Umfeld der Mitglieder. Die Mitglieder kommerzieller Sportstätten legten dagegen eine Strecke von durchschnittlich 12,2 km zurück.

Auf dem Weg zu ihrer Sportstätte legten die Sportvereins-Mitglieder für die Hin- und Rückfahrt eine durchschnittliche Strecke von 12,4 km zurück. 46 Prozent der ca. 15,8 Mio. aktiven Sportvereins-Mitglieder nutzten den PKW, um zum Ort der sportlichen Betätigung zu gelangen, was einen Anteil von ca. 7,27 Mio. Bundesbürgern entspricht. Bezogen auf ein Sportjahr von 40 Wochen und einer Fahrtkostenpauschale von 0,30 Euro pro km als Berechnungsgrundlage der entstehenden Kosten, lassen sich die gesamten Fahrkosten aller aktiven Sportvereins-Mitglieder, die mit dem PKW zur Sportstätte fahren, pro Sportjahr errechnen. Diese Gesamtausgaben im Bereich “Fahrtkosten” belaufen sich auf eine Höhe von ca. 2,14 Mrd. Euro.

Ja zur Gastronomie

Erwartungsgemäß hatten gemeinsame außersportliche Aktivitäten bei den Sportvereins-Mitgliedern eine deutlich höhere Bedeutung als bei den anderen Aktiven: Mit 70 Prozent gab der überwiegende Teil der befragten aktiven Sportvereins-Mitglieder an, sich nach sportlicher Betätigung mit Vereinskameraden in Gaststätten zu treffen.

Insbesondere die männlichen Befragten erwiesen sich im Hinblick auf Unternehmungen mit Mannschaftskollegen deutlich aktiver: 80 von 100 gingen nach dem Sporttreiben zumindest ab und zu mit den Mannschaftskameraden in einem Lokal bzw. einer Gaststätte etwas essen oder trinken.

Lediglich gut jeder fünfte (21%) der Mitglieder in kommerziellen Sportstätten ließ sein sportliches Engagement mit dem Besuch eines Lokals mit seinen Fitnesspartnern ausklingen. Für den Großteil (79%) dieser Gruppe stand weniger das soziale als vielmehr der sportliche Aspekt der Mitgliedschaft im Vordergrund.

Deutlich mehr als die Hälfte (58%) der befragten Vereinsmitglieder, die sich mit Vereins- und Mannschaftskollegen nach dem Sporttreiben trafen, besuchten durchschnittlich einmal die Woche die vereinseigene Gaststätte bzw. ein Lokal, was einem arithmetischen Mittelwert von 1,4 Gaststättenbesuchen pro Woche entspricht.

In der Teilstichprobe der bis 39-jährigen stieg der Anteil derer, die zumindest einmal in der Woche außersportlich mit Mann­schaftskollegen unterwegs waren, deutlich auf 64 Prozent an. Die Ausgaben der befragten Aktiven in Sportvereinen, die sich nach sportlicher Betätigung mit Vereinskollegen zum Essen oder Trinken in einer Gaststätte verabredeten, beliefen sich auf durchschnittlich 11,20 EUR.

Hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der aktiven Sportvereins-Mitglieder zwischen 16 und 69 Jahren (ca. 15,8 Mio.) entspricht der Anteil derer, die ihre sportliche Betätigung mit einem Gaststättenbesuch ausklingen lassen, einem Potenzial von ca. 11,06 Mio. Personen.

Bei einem durchschnittlichen Ausgabebetrag von 11,20 Euro je Person und durchschnittlich 1,4 Besuchen pro Woche entspricht das einer Gesamtausgabenhöhe von ca. 6,94 Mrd. Euro pro Sportjahr. Mit 70 Prozent gab der überwiegende Teil der befragten Sportvereins-Mitglieder an, sich nach sportlicher Betätigung mit Sportkameraden in einer Gaststätte bzw. Bistro zum Essen oder Trinken zu treffen.

Sporturlaub ist “in”

Mit 69% gab der Großteil der befragten Sporttreibenden an, bisher keine Sporturlau­be unternommen zu haben. Knapp ein Drittel (31%) der Interviewten waren zumindest ab und zu in Sporturlauben wie Ski- oder Wanderurlaub gefahren.

Bei der altersspezifischen Betrachtung konstatierte die VELTINS-Sportstudie in der Teilstichprobe zwischen 40 und 69 Jahren im Vergleich zu der jungen Zielgruppe (bis 39 Jahre) einen leicht höheren Wert: 33 Prozent der “Älteren” hatten bereits Sporturlau­be unternommen.

Eine differierende Teilnahme an Sporturlauben zeigte sich auch im Hinblick auf die verschiedenen Organisationsformen. So gaben mit 38 Prozent deutlich mehr Sportvereins-Mitglieder an, bereits an Urlauben mit Sportinhalten teilgenommen zu haben als Mitglieder in kommerziellen Sportstätten (29%) oder auch Nicht-Mitglieder (29%). Die Hälfte der befragten Sporturlauber hatte in den letzten zwölf Monaten einen Skiurlaub unternommen.

Einen weiteren Hauptbereich bei Aktivurlauben stellte der Wandersport dar: 33 Prozent gaben an, einen Wanderurlaub gemacht zu haben. Diese Hauptsportarten generierten jedoch ihre Bedeutung für Aktivurlaube in unterschiedlichen Altersgruppen: waren insbesondere die Interviewten bis 39 Jahre mit 58 Prozent verstärkt dem Skiurlaub verschrieben, so lag der Schwerpunkt der Wan­derurlauber bei den 40- und 69-Jährigen.

(MyPersonalContent v1.3 © Rico Pinzke)
 
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